Zehn drittligareife Minuten

18.12.17 – Die Handballerinnen des VfL Stade warten in der Dritten Liga Nord weiter auf den ersten Sieg. Am Sonnabend verlor die Mannschaft von Trainer Jens Dove-Pirker in eigener Halle gegen den ebenfalls abstiegsbedrohten TSV Wattenbek mit 25:33 (16:19). Nach nun elf Niederlagen in elf Spielen bleibt der VfL Tabellenletzter.


Nach nun elf Niederlagen in elf Spielen bleibt der VfL Tabellenletzter.

VfL-Trainer Jens Dove-Pirker ist kein Mann, der aufgibt. In den ersten Trainingseinheiten nach der neuerlichen Niederlage gegen den TSV Wattenbek wird er seinen Spielerinnen in der Analyse das Positive der Pleite herausfiltern. Er sagt, er werde im Training motivierende Übungen verordnen, damit die Spielerinnen Erfolgserlebnisse feiern können. „Sie sollen den Spaß am Handball nicht verlieren“, sagt Dove-Pirker. Was bei elf Niederlagen in Serie schon schwer genug ist. Der VfL verliert seine Spiele im Schnitt mit 21:28, stellt die schlechteste Abwehr der Liga und den zweitschwächsten Angriff. Da ist es nicht leicht, die gute Laune zu behalten.

Ob der Abstieg nach dem Aufstieg noch abzuwehren ist, beantwortet Dove-Pirker mit dem Satz, den Trainer in der Situation gemeinhin sagen: „Wir denken von Spiel zu Spiel.“ Dove-Pirker will „schauen, was in der Rückrunde noch möglich ist“. Hinter den Kulissen plant der VfL längst zweigleisig, bestätigt der Coach. Bis zum 6. Januar werde er mit jeder Spielerin über ihre Zukunft gesprochen haben. Er habe bereits viele positive Signale erhalten. Viele Spielerinnen würden dem Verein auch in der Oberliga zur Verfügung stehen.

Zehn starke Minuten

Das Positive gegen den TSV Wattenbek zeigte der VfL Stade zwischen Minute sechs und 16. Nach dem 1:5 zog Dove-Pirker die Reißleine und schwörte in einer Auszeit seine Spielerinnen neu ein. Zehn Minuten lang zeigte der VfL seinem Publikum, warum er zurecht in der dritten Liga spielt, agierte geradlinig und druckvoll aus dem Rückraum, setzte Kreisläuferin Anne Grell in Szene, spielte schnell und setzte Konter. Die Abwehr stand, Torhüterin Katharina Woltjen zeigte starke Paraden. Beim 10:6 träumten die Zuschauer und die Mannschaft von den ersten beiden Punkten der Saison. Dann verfiel das Team in alte Muster, ließ sich von Fehlern aus der Ruhe bringen, verlor den Faden, die Aggressivität und letztlich jegliches Konzept im Angriff. „Wir fallen nach ein, zwei Fehlern in ein Loch“, sagt Dove-Pirker. Dem Trainer fällt keine Erklärung für die Schwächephasen ein. Vielleicht liege es am Druck in den Heimspielen. Auswärts liefe vieles besser. Gerade in der Abwehr. „Das ist wie eine Blockade im Kopf“, sagt Dove-Pirker.

Der VfL fing sich nicht mehr. Der Sieg des TSV Wattenbek stand spätestens beim 22:30 in der 50. Minute fest. Der abstiegsbedrohte Club aus der Nähe von Neumünster spielte schnellere Pässe, agierte flinker, wacher, reifer und aggressiver. Stade gab sich nicht auf. „Ich kann den Spielerinnen keinen Vorwurf machen. Sie haben sich bemüht“, sagt Dove-Pirker.

Elan und Optimismus trägt bislang noch keine Früchte

Dove-Pirker sitzt seit dem Auswärtsspiel in Schwerin auf der Stader Bank. Ende Oktober übernahm er den Posten von Trula Diminidis. Ergebnistechnisch blieb die erhoffte Wende aus. Bis auf eine Ausnahme gegen die HSG Jörl DE Viöl hat der VfL Stade aber wenigstens die Niederlagen erträglicher gestaltet. Dove-Pirker sprühte vor Elan und gab den Optimisten. In den sozialen Netzwerken postet der Trainer gerne Sinnsprüche wie diesen: „Sagt uns, dass wir es nicht schaffen und wir werden doppelt so hart arbeiten, um zu beweisen, dass ihr alle falsch liegt.“ Vom Training sei er begeistert, sagt der Coach. Die Spielerinnen zögen mit und gäben alles. Bislang reicht das offensichtlich noch nicht, um Spiele zu gewinnen.

Noch kurz vor der Partie gegen den TSV Wattenbek tippte Jens Dove-Pirker den Satz in sein Facebook-Profil, den selbst Erich Honecker schon einmal gebrauchte. „Vorwärts immer, rückwärts nimmer!“ Das grenzt in Bezug auf einen abgeschlagenen Tabellenletzten schon an Humor.

Die Statistik

VfL Stade: Augustin, Woltjen, S. Ankersen, Burandt 2, Klinkmann 3, Grell 7, M. Ankersen 3, Hoffmann 9/2, Ziegler 1, T. Schliecker, Adamczewska, M. Schliecker

Siebenmeter: VfL 4/2 – TSV 6/5

Zeitstrafen: VfL 5 – TSV 0

Rote Karte: Adamczewska (3 Zeitstrafen)

Zuschauer: 190

Nächstes Spiel: VfL Stade – Frankfurter HC (13. Januar, 18 Uhr, Sporthalle VLG)

Quelle: Stader Tageblatt
Fotos: Daniel Berlin

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