Defensive zwingt den Favoriten in die Knie

09.12.19 – Einen Basketball-Krimi haben die 200 Zuschauer in der Stader Sporthalle am Sonntag erlebt. Der VfL setzte sich gegen den selbsternannten Titelfavoriten der 1. Regionalliga Nord, Aschersleben Tigers BC, nach 40 intensiven Minuten mit 62:59 durch.

Ein paar Zehntelsekunden vor der Schlusssirene knallt der Ball auf den Ring des Korbes. Fabian Ristau von den Aschersleben Tigers setzt den finalen Dreierversuch daneben. Das Spiel ist vorbei. Der VfL Stade hat einen der Anwärter auf den Aufstieg in die zweite Liga Pro B mit einer Pleite auf die 350 Kilometer lange Heimreise geschickt.

62:59. Schon das Ergebnis spricht für eine abwehrbetonte Partie, in der sich beide Kontrahenten nichts schenken. Stade spielt ohne den verletzten Amerikaner Reco McCarter. Der Verein verabschiedet den Spanier Oscar Andres emotional. Andres wird aus privaten Gründen seine Basketball-Karriere beenden. Die personelle Notlage kompensieren die, die auf dem Platz stehen, mit unbändigem Siegeswillen, schneller Beinarbeit in der Defensive, gutem Blockspiel und flinken Fingern. Gleich mehrfach stehlen Nil Angelats und Co den Ascherslebenern die Bälle.

Ristau gerät bei den Gästen an diesem Tag zur tragischen Figur. Sieben Sekunden vor Schluss versagen ihm beim Stand von 61:59 für den VfL Stade schon die Nerven an der Freiwurflinie. Als der erste Versuch daneben geht, feiern die Heimfans voller Vorfreude. Nachdem der zweite nicht durch den Korb fällt, haben sie Gewissheit. Dieses Spiel ist gelaufen. Zumal Jamo Ruppert auf der Gegenseite wenigstens ein Mal von der Linie trifft und dafür sorgt, dass Aschersleben nur ein erfolgreicher Dreier kurz vor Ultimo das sportliche Überleben ermöglicht.

Dürftige Wurfquoten

Es sind nicht die Offensivaktionen, die bei dieser Partie über Sieg und Niederlage entscheiden. Im Gegenteil. Die Wurfquoten auf beiden Seiten sind eher dürftig. Stade trifft nur zwei Drittel der Freiwürfe und knapp über 40 Prozent der Versuche aus der Nahdistanz. Die Dreierquote liegt nicht einmal bei 24 Prozent. 35 Prozent wären solide. In die Ascherslebenener Statistik gehen ähnliche Zahlen ein.

Es ist die Defensive, die an diesem Sonntag die beiden Sieg-Punkte bringt. Die VfL-Spieler schalten auf dem Weg zurück in die eigene Hälfte den Turbo ein. Einfache Zähler nach schnellen Angriffen lässt Stade nicht zu. Spektakuläres schon gar nicht. Damit sich Aschersleben nicht mal ansatzweise in einen Rausch spielen kann. Die Gastgeber verteidigen mit wachem Verstand und stellen geschickt die Passwege zu. Unter dem eigenen Korb leistet Christopher Kleinkes Schwerstarbeit gegen die Hünen der Tigers. Sie drücken, schieben und blocken an der Grenze des Erlaubten. Tigers-Coach Christian Schäfer wirft seine Taktiktafel gleich zwei Mal krachend auf den Boden.

Stade stellt in jeder Phase der engen Partie einen anderen Spieler, der die Verantwortung übernimmt. Mitte des zweiten Viertels erzielt Leon Rosenstein acht Punkte in Folge. Nach seinem Dreier zum 31:23 springen die Spieler auf der Auswechselbank mit geballten Fäusten schreiend auf. Das 45:37 erzielt Maximilian Mayer mit dem Rücken zum Korb. Dabei setzt er sich gegen Georgios Tyrekidis durch, mindestens 40 Zentimeter größer und doppelt so breit. Nil Angelats nimmt sich die Würfe im Schlussviertel. Eine innere Stimme scheint ihm zu befehlen, wann er in einer kritischen Phase Akzente setzen muss. „Das kommt automatisch“, sagt Angelats. Die Schlussphase gehört dann Jamo Ruppert mit seinen Nerven aus Stahl von der Freiwurflinie.

Defensive war Schlüssel

„Wir haben effektiv gespielt und extrem gut verteidigt“, sagt Stades Trainer Joan Rallo Fernández. „Die Defensive war der Schlüssel.“ Die Tatsache, dass der VfL in der zweiten Halbzeit nur 23 Punkte erzielte und trotzdem gewann, unterstreicht diese These. „Wir haben mit viel Power gegen den Favoriten dagegengehalten“, sagt der VfL-Coach.

Die Stader Spieler genießen das Bad in der Menge. Erst bedanken sie sich klatschend auf dem Spielfeld, dann besteigen sie die Tribünen und gehen glücklich durch die Reihen. Die Ascherslebener schauen sich das Treiben konsterniert an. Niederlagen haben sie in dieser Saison noch nicht so oft erlebt. Aber auch drei sind bereits zu viel auf dem Weg zur Meisterschaft.

Die Statistik

  • Spielverlauf: 18:18 (1. Viertel), 39:32 (2.), 49:46 (3.), 62:59 (Ende)
  • VfL Stade: Hübner 5, Rosenstein 11/davon 2 Dreier, Angelats 18/2, Gherezghihier, Kleinkes 6, Ossai, Erkkilä, Ruppert 14/2, Mayer 8/2
  • Nächstes Spiel: Neustadt temp Shooters – VfL Stade (Sbd., 14. Dezember, 19.30 Uhr)

Quelle: Stader Tageblatt
Foto: Martin Elsen

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