Janis Stielow hat wieder „richtig Bock“

15.12.17 – VfL-Trainer Paul Larysz wollte Janis Stielow für seine Stader Basketballmannschaft unbedingt. Beim zweiten Anruf sagte Stielow zu. Nun will der VfL im Heimspiel gegen Alba Berlin den fünften Sieg in Folge feiern und dann die Weihnachtspause genießen.


Zeichnet sich durch seine enorme Ruhe aus: VfL-Neuzugang Janis Stielow.

Der 22-jährige Janis Stielow hatte gut eineinhalb Jahre lang „so gut wie gar nichts gemacht“, wie er sagt. Ab und zu sei er mal im Fitnessstudio gewesen. Anhaltende Rückenprobleme haben den sehr ambitionierten Basketballer resignieren lassen. „Die Schmerzen haben auch im Alltag überhandgenommen“, erzählt Janis Stielow. Er konnte nicht einmal mehr richtig Treppen steigen, da sei der Punkt gekommen, aufzuhören. Diese Erkenntnis, dieser zu diesem Zeitpunkt scheinbar endgültige Entschluss schmerzte vielleicht mehr als der echte Schmerz im Rücken.

Denn Janis Stielow hat viel investiert in den Basketballsport. Mit zehn Jahren begann er lieber auf Korbjagd zu gehen, statt beim Fußball dem Ball hinterherzurennen. Mit der Hittfelder U 14-Mannschaft wurde er als Leistungsträger Deutscher Meister. Er durchlief das komplette Programm der Hamburg Towers, mit dem der Zweitligist seine Pro A-Zugehörigkeit Schritt für Schritt aufbaute. Janis Stilow spielte in der U 16-JBBL (Jugend-Basketball-Bundesliga) und in der U 19-NBBL (Nachwuchs-Basketball-Bundesliga; zur Förderung sind jeweils drei Jahrgänge erlaubt). Das aufstrebende Talent Janis Stielow sammelte Spielpraxis in der Regionalliga mit Pinneberg und in der 2. Bundesliga ProB mit Wedel. Als 19-Jähriger gehörte er zu dem Team der Hamburg Towers, das wieder in den Spielbetrieb der 2. Bundesliga Pro A eingestiegen war.

In ein tiefes Loch gefallen

Jugendnationalspieler war Janis Stielow zudem. Mit der U 16 nahm er an der Europameisterschaft in Tschechien teil. In der U 20 wurde der Hamburger nicht in den EM-Kader berufen. Da quälte er sich als Zweitligaprofi schon zwei Mal pro Tag im Training. Die Auszeiten nahmen zu. Bis der Rücken völlig zumachte. „Eine wirkliche Diagnose konnte nicht gestellt werden“, sagt Janis Stielow. Letztlich half nur noch die totale Schonung.

„Da bin ich schon in ein tiefes Loch gefallen“, gibt der 22-Jährige zu. Er hatte sich noch mehr erhofft, wollte im Basketball noch weiter kommen. Basketball hatte einen großen Stellenwert in seinem Leben. „Zum Glück hatte ich noch mein Studium und meine Familie und Freunde“, sagt Janis Stielow. Derzeit schreibt er an seiner Bachelorarbeit, er studiert Politikwissenschaften. Etwa ein Dreivierteljahr habe es gedauert, bis er verdaut hatte, nicht mehr Basketball spielen zu können. „Dann war ich wieder okay“, sagt Janis Stielow. Eigentlich sei er aber immer noch im Verarbeitungsprozess.

Dennoch widerstand Janis Stielow dem ersten Lockruf von Paul Larysz. Der Trainer des VfL Stade kennt den talentierten Basketballer seit gut zehn Jahren. Als er vor der Saison sein neues Stader Team zusammenstellen musste, dachte Larysz freilich auch an den nicht mehr aktiven Janis Stielow. Trotz der Absage beim ersten Anruf, habe Paul Larysz gemerkt, dass Stielow „nicht so sehr abgeneigt ist“. Also scherzte der Trainer beim Abschied: „Wir sprechen uns in ein paar Wochen noch mal.“

„Gekribbelt hat es schon länger"

Genauso sollte es kommen. „Nach unserem Fehlstart musste ich es noch mal probieren bei Janis“, erzählt Paul Larysz. Er hoffte, dass sein Gespür richtig war. Und tatsächlich. Beim zweiten Anruf sagte Janis Stielow zu. Paul Larysz erinnert sich, Stielow habe ihm gesagt: „Gekribbelt hat es schon länger und jetzt richtig.“

Acht Spiele hat Janis Stielow jetzt für den VfL Stade gemacht, sechs davon haben die Stader gewonnen. Der Fehlstart mit vier Niederlagen ist vergessen. „Janis bringt viel Qualität ins Team“, sagt Paul Larysz. Er mache seine Mitspieler besser und sei mit seiner Spielintelligenz ein absoluter Teamplayer. „Janis ist ein Typ, mit dem jeder Bock hat zu spielen“, lobt der Trainer. Janis Stielow hat einfach Bock, wieder selbst Basketball zu spielen. „Mir gefällt es gerade richtig gut“, sagt er. Er wolle mit dem VfL Stade Spaß haben. Mit der Zeit werde auch sein eigenes Spiel wieder flüssiger, alles kommt nach und nach zurück. Heißt: Er wird noch besser. Und das Wichtigste: Sein Rücken macht derzeit keine Zicken. Zwar zwicke er beizeiten. „Aber alles gut“, sagt Janis Stielow. Die Belastung sei mit „nur“ drei Mal Training in der Woche ja auch nicht so groß, wie er bemerkt.

Am Sonntag steht in der Halle des Vincent-Lübeck-Gymnasiums erstmal das letzte Spiel des Jahres an. Gegen Alba Berlin wollen Stielow, Specks, Andres und Co. wieder attraktiven Basketball mit vielen Angriffen bieten. Der VfL Stade wirft derzeit die meisten Körbe der Liga. Stielow ist mit einem Schnitt von 14,6 gut dabei. Dem zweiten Anruf sei dank.

Das Heimspiel

Am Sonntag, Tip-Off ist um 16 Uhr in der VLG-Halle, empfängt der VfL Stade den Tabellenelften Alba Berlin. Es ist das letzte Spiel des Jahres. „Natürlich gehen wir als Favorit in das Spiel“, sagt VfL-Trainer Paul Larysz, warnt aber zugleich davor, dass das Spiel kein Selbstgänger wird. Die junge Berliner Mannschaft, die jüngste in der Regionalliga, spiele einen qualitativ guten Basketball, wie ein Sieg gegen den Dritten Aschersleben zeige. Das Alba-Programm spült die meisten Spieler in die Basketball-Bundesliga. Es sei also nicht unwahrscheinlich, dass die Stader Zuschauer einen zukünftigen Bundesliga-Spieler zu sehen bekommen, so Larysz.

„Blau-Weiße Weihnachten“

Im Zuge des letzten Heimspiels des Jahres gegen die Zweite von Alba Berlin initiiert der VfL Stade eine Verlosung unter dem Motto „Blau-Weiße Weihnachten“. Der Club verlost Reisen, ein Auto für ein Wochenende, Fitnesstraining, Gutscheine, Eintrittskarten und vieles mehr.

Quelle: Stader Tageblatt
Fotos: Manfred Borchers,  Martin Elsen

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