Erst Standpauke, dann Bergmann-Festspiele: VfL Stade feiert Heimsieg

26.01.26 – Nach 70 Tagen spielt der VfL Stade wieder zu Hause, doch erst nach einer Standpauke des Trainers drehen die Spieler auf. Vor allem einer glänzt mit einer Traumquote.

Doch vor 600 Zuschauern entwickelte sich zunächst ein zähes Spiel: Zur Pause lag der Tabellenvierte VfL Stade gegen den Tabellenelften SC Rasta Vechta III mit 41:44 zurück. Erst nach dem Seitenwechsel wendete sich das Blatt. Mit einer enormen Energieleistung und dank der „Bergmann-Festspiele“ sicherte sich der VfL am Ende einen verdienten 90:74-Erfolg. Und damit zwei wichtige Punkte.

Überragender Akteur des Abends war Adrian Bergmann. Der 24-Jährige avancierte mit sensationellen 39 Punkten zum „Man of the Match“ und riss mit seiner kämpferisch-agilen Spielweise das gesamte Team mit. Für den angehenden Physiotherapeuten, der an der Hochschule 21 in Buxtehude studiert, war es das Spiel seines Lebens.

„In meiner Karriere habe ich solch eine Quote bisher noch nicht erreicht und dann in einem so wichtigen Spiel“, sagte der Mann aus der Nähe von Nürnberg. Bergmann spielt seine zweite Saison beim VfL Stade, war zuvor auch in der ProA und ProB aktiv, möchte sich nun aber verstärkt auf seine berufliche Entwicklung konzentrieren.

Robert Heise: Erst Klausur, dann Knie-OP

Da das Examen erst im April 2028 ansteht und es sportlich wie beruflich in Stade passt, dürften von ihm noch viele Körbe zu erwarten sein. Im Hinspiel gegen Vechta war es noch Robert Heise gewesen, der mit 36 Punkten geglänzt hatte. Diesmal blieb ihm nur die Rolle des Zuschauers. Beim Warmmachen fungierte Heise immerhin als Anspieler.

Die kommende Woche wird für ihn entscheidend. „Am Dienstag schreibe ich meine letzte Klausur über Dienstleistungsmanagement und am Donnerstag steht die Knieoperation an“, so der 25-Jährige, der sich beim letzten Heimspiel 2025 das Kreuzband gerissen hatte.

Auch Center Luca von Thun konnte eingeschränkt nur moralisch helfen und humpelte über das Parkett. „Die Bänder am Knöchel sind durch. Das wird ohne Operation mindestens sechs Wochen dauern. Es ist unklar, ob ich diese Saison noch wieder spielen kann“, erklärte er. Vielleicht in den Play-offs? Auf diese Frage reagierte der Riese lediglich mit einem Lächeln.

2,13-Meter-Mann Wuttke ist zurück

Überhaupt sind die Stader in dieser Saison von Ausfällen gebeutelt. Kapitän Nil Angelats musste krankheitsbedingt mit Fieber passen. Positiv war immerhin die Rückkehr von 2,13-Meter-Mann Ryker Wuttke, der nach etlichen Wochen wieder rund eine Viertelstunde mitwirken und wichtige Defensiv-Rebounds sichern konnte.

VfL-Trainer Joan Rallo Fernández ordnete die Situation realistisch ein: „Wir sind in einer schwierigen Situation in dieser Saison mit Verletzungen und anderen Problemen. Siege mit 20 oder 25 Punkten Differenz gehören der Vergangenheit an und da wäre es sehr schön, wenn wir die Play-offs dennoch erreichen“, sagte er und dankte dem Anhang für Unterstützung und Geduld.

Standpauke des Trainers, Aussprache in der Kabine

Dass Geduld nötig war, zeigte sich vor allem in den ersten 20 Spielminuten. „Es hat nicht viel geklappt. Wir haben uns sehr schwergetan. Vechta ist eine junge Nachwuchsmannschaft, die guten, schnellen Basketball spielt“, analysierte Francesc Iturria, der als Kapitän des Abends fungierte. Er initiierte nach der Standpauke des Trainers an der Seitenlinie in der Pause eine Aussprache der Spieler untereinander in der Kabine - mit Erfolg.

Zuvor hatte die Führung aufgrund mangelnder Zielgenauigkeit und technischer Fehler ganze 16 Mal hin und her gewechselt. Nach dem Seitenwechsel präsentierten sich die jeweils fünf Akteure auf dem Feld wieder als geschlossenes Team, arbeiteten füreinander und fanden zu ihrer Linie zurück.

VfL Stade gegen SC RASTA Vechta III

Besonders Adrian Bergmann war nun nicht mehr zu stoppen: Sieben Dreier bei elf Versuchen versenkte er aus der Distanz oder zog, vor allem zwischen der 26. und 36. Minute, unnachahmlich durch die gegnerische Abwehr zum Korb.

Neuzugang überzeugt - „Ein echter Terrier“

Auch Neuzugang Bennett Spree wusste bei seiner 30-minütigen Heimpremiere zu überzeugen. Nach einer anstrengenden Woche mit dem Wechsel aus Westerstede und dem Auswärtsspiel am Dienstag in Bremerhaven präsentierte sich der 19-Jährige in guter Verfassung. „Ein echter Terrier“ war mehrfach von der Tribüne zu hören, wenn der flinke Blondschopf, der den operierten Gianluca Pavlidis ersetzt, den Gästen erneut einen Ball stahl und auf und davon zog.

„Diese Kulisse hat sich mega angefühlt. Die Umstellung war für mich natürlich sehr groß, aber wir haben zwei Siege eingefahren und das zählt“, sagte Spree für sich und das Team nach der Schlusssirene. Am Ende wurde doch noch alles gut.

Sehr zum Gefallen des wohl ältesten VfL-Fans. Veronika Kähler („Itu ist mein Lieblingsspieler!“) feierte mit Klatschpappe in der Hand ihren 89. Geburtstag im Sportcampus und nahm gerührt Blumen von Vereinslegende Rudi Steinkamp in Empfang und ein Ständchen der versammelten Mannschaft sowie des noch anwesenden Publikums.

VfL-Punkte: Bergmann 39, Boadu 12, Baysalli 10, Drochner 9, Spree 8, von Allwörden 5, Iturria 5, Wuttke 2

Nächstes Spiel: Twisters Rendsburg - VfL Stade (Samstag, 31. Januar, 19.15 Uhr)

Die Regionalliga-Tabelle

Quelle: Tageblatt
Foto: Jörg Struwe - picselweb.de

 

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