Badminton-Spieler trainieren im Schichtsystem

15.06.20 – Die Sportler in der Region kehren allmählich zurück in die Hallen. So auch die Badminton-Abteilung des VfL Stade, die ihren Trainingsbetrieb neu organisieren musste. Ein Besuch beim Training.

Was sollte ein Badmintonspieler können? Er sollte verfügen über „die Ausdauer eines Marathonläufers, die Schnelligkeit eines Sprinters, die Sprungkraft eines Hochspringers, die Armkraft eines Speerwerfers, die Schlagstärke eines Schmiedes, die Gewandtheit einer Artistin, die Reaktionsfähigkeit eines Fechters“ und vieles mehr. Die Aufzählung umfasst noch sieben weitere Fähigkeiten. Wer diese nach den Worten von Martin Knupp, Autor zahlreicher Lehrbücher, auf sich vereint, dürfte ein verdammt guter Badmintonspieler sein. So die Idealvorstellung.

Die Realität jedoch sieht derzeit anders aus. „Präzision und Ballgefühl haben anfangs gefehlt, auch Schnelligkeit und Spritzigkeit“, sagt Daniel Kruse, neuer Spielertrainer der ersten Mannschaft des VfL Stade. Mitspielerin Mareike Schulze: „Ich musste mich erst an das Spielfeld gewöhnen, ein Gefühl für den Schläger bekommen.“

Joggen, Laufen, Kraftsport

Mehr als zwei Monate durften die 130 Stader Badmintonspieler aufgrund der Corona-Pandemie und der Schließung der Sporthallen nicht trainieren. Die Spieler haben sich in dieser Zeit selber fit gehalten mit Joggen, Intervallläufen, Kraftübungen, Yoga. Nur nicht mit Schläger und Federball. „Das ist draußen bei Wind und Wetter eher ungünstig“, sagt Schulze. Wer ambitioniert Badminton spielt, ist auf die Halle angewiesen.

So waren die Badmintonspieler des VfL Stade auch die Ersten, die infolge von Lockerungen vor gut zwei Wochen wieder in die Halle zurückgekehrt sind und an der Wiedererlangung ihrer Fähigkeiten arbeiten, unter ungewöhnlichen Bedingungen.


Präzision und Ballgefühl haben anfangs gefehlt, auch Schnelligkeit und Spritzigkeit." Daniel Kruse, neuer Spielertrainer der ersten Mannschaft.

Kein Doppel, kein Mixed

Dienstagabend, Sporthalle der IGS Hohenwedel. Die Spieler bewegen sich innerhalb der grünen Linien des Badminton-Spielfeldes. Die Sohlen quietschen beim Abstoppen. Es knallt, wenn Schläger auf Federball trifft. Fünf der sechs Felder sind belegt mit jeweils zwei Spielern. Und das wird bis zum Ende der Einheit so bleiben. „Wir mussten unseren Trainingsbetrieb umorganisieren“, sagt Abteilungsleiter Andreas Heydasch, ein groß gewachsener, schmaler Mann, der seit 31 Jahren beim VfL Badminton spielt.

Heydasch entfaltet ein Blatt Papier und verdeutlicht damit die derzeitige Lage im Badminton-Sport: Nach den allgemeinen Abstands- und Hygieneregeln und dem Konzept des Deutschen Badminton-Verbandes, an dem sich der VfL orientiert, darf in den verschiedenen Sporthallen in Stade derzeit nur Einzel gespielt werden. Kein Doppel, kein Mixed.

Trainingsgruppe wird aufgeteilt

Normalerweise trainieren dienstags die wettkampforientierten Mannschaften von der Verbandsliga bis zur Bezirksklasse in der IGS-Sporthalle. 24 Menschen auf sechs Feldern, das sogenannte „Match-Training“, Vorbereitung auf den kommenden Spieltag. Normalerweise. Jetzt wird die Trainingsgruppe aufgeteilt. Die Spieler müssen sich im Vorfeld online in eine Liste eintragen: Spielfeld, Name, Gegner – daraus ergibt sich der Belegungsplan, den Heydasch auf einem Blatt Papier in der Hand hält. Gruppe A trainiert von 20 bis 21 Uhr, Gruppe B von 21 bis 22 Uhr. Badminton im Schichtsystem.

Und das scheint zu funktionieren, aus zweierlei Gründen: Zum einen ist die Badminton-Saison schon seit Februar vorbei und der Andrang in dieser Phase ohnehin nicht allzu groß, sagt Heydasch. Zum anderen ließe sich der Abstand beim Badminton gut einhalten. „Das ist der Vorteil einer Rückschlagsportart: Wir müssen uns spielerisch nicht so sehr einschränken wie Mannschaftssportler“, so Heydasch. Und an die neuen Regeln hielten sich die Spieler auch.


Wir müssen uns spielerisch nicht so sehr einschränken wie Mannschaftssportler." Andreas Heydasch, Abteilungsleiter des VfL Stade.

Abklatsch per Schläger

Sie betreten und verlassen die Halle mit Mund-Nasenschutz über gekennzeichnete Wege; erscheinen aufgrund der beim Stader Badminton-Training weiterhin geschlossenen Umkleidekabinen bereits in Sportmontur; verzichten während der Einheit auf Partnerübungen nah am Netz. Wer sich nicht daran hält, kann vom Training ausgeschlossen werden, heißt es in den Verhaltensregeln der Abteilung. Und auch das gegenseitige Abklatschen fällt weg. Wer die Spieler am Dienstagabend beobachtet, kann sehen: Abgeklatscht wird nur mit Abstand und den Schlägern.

Die Stader Badminton-Sparte ist in dieser Hinsicht keine Ausnahme. Viele Sportler in der Region müssen sich mit neuen Regelungen für das Hallentraining arrangieren. Beim VfL Stade trainieren die meisten Abteilungen wieder drinnen, zum Beispiel Akrobatik, Judo, Rollkunstlauf. „Wobei wir bei den Sportangeboten, die nicht zwingend eine Halle benötigen, auch weiterhin so oft wie möglich unsere Außenanlagen nutzen und dies von den Teilnehmern gut angenommen wird“, sagt VfL-Geschäftsführer Justin Moradi.

Saison-Vorbereitung beginnt später

Beim Buxtehuder SV sind es unter anderem Volleyball, Tischtennis, Handball, Boxen und Rhönrad, beim TuS Harsefeld der Großteil des Angebots – ohne Kurse für die Kleinsten. Beim Dollerner SC finden Gymnastik und Step Aerobic für die Erwachsenen wieder in der Halle statt. Und beim TVG Drochtersen sind viele Sportgruppen aufgeteilt worden und trainieren teilweise draußen.

Mareike Schulze, die stärkste Frau im Einzel beim VfL Stade, spielt während des gesamten Badminton-Trainings gegen den drei Jahre jüngeren Dawid Bulla. Auf Feld 5, wie es der Belegungsplan für Gruppe A vorsieht. In den Pausen bleiben die beiden auf ihrem Feld, plaudern, besprechen Fehler im Spiel. „Ich freue mich, wieder in der Halle zu sein, und die anderen wiederzusehen“, sagt die 19-Jährige, „aber irgendwie fehlt das Technische und Taktische im Training.“

Bis zu den Sommerferien trainieren die Stader voraussichtlich unter den Auflagen für den Hallensport. Die Vorbereitung auf die kommende Saison soll zum Ende der Ferien beginnen, also später als sonst. Denn der Verband hat festgelegt, dass die Saison 2020/21 nicht wie gewohnt im September, sondern im November beginnt. Somit bleibt nach der Badminton-Pause genügend Zeit, all die Fähigkeiten zurückzuerlangen.

Quelle: Stader Tageblatt

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