Junge Diamanten ohne Höhenangst

31.03.17 – Sie bauen Menschenpyramiden bis unter die Hallendecke und scheinen durch die Luft zu schweben. Alltag für die Akrobatik-Showgruppe „Young Diamonds“ des VfL Stade. Vor 17 Jahren brachte Johanna Zuber den Sport nach Stade, der immer beliebter wird.

Eine für Akrobatik übliche zwölf Mal zwölf Meter große Bodenmatte passt nicht in die kleine Turnhalle der Grundschule am Burggraben – und trotzdem tummelt sich dort am Mittwoch der harte Kern von 25 Akrobatinnen. Die Mädchen behelfen sich mit alten, langen Läufern und den aus dem Schulsport bekannten blauen Turnmatten. Vorwiegend junge Mädchen gehören zur Gruppe, die von ihren Auftritten beim Stader Altstadtfest bekannt ist. Die Altersspanne reicht von 7 bis 38 Jahren.

So kommt es vor, dass selbst Mutter und Tochter zusammen Sport machen. Wie Anne Müller, und ihre Tochter Mia. Sie sind begeistert vom Zusammenhalt des Teams. Und auch das Verhältnis der beiden sei durch den Sport stärker geworden.

„Es ist das Schönste, dass die Gruppe so bunt zusammengewürfelt ist“, sagt Trainerin Johanna Zuber. Sie kommt aus dem Leistungssport. Seit früher Jugend ist sie Akrobatin und wurde später polnische Junioren-Vizemeisterin. Es ist ihr zu verdanken, dass die Abteilung stetig wuchs. Damit liegt die einzige Akrobatik-Sparte im Landkreis Stade im Trend. Denn auch bundesweit steigen die Mitgliederzahlen in den Vereinen. Aktuell haben sich mehr als 14 000 Menschen dieser Sportart verschrieben. Dabei ist zu unterscheiden, dass manche Gruppen Akrobatik als Leistungssport betreiben und daher regelmäßig bei Wettkämpfen antreten, andere hingegen sind Showgruppen – wie die Young Diamonds aus Stade.

Beim Training am Mittwoch zeigt das Team, dass Akrobatik kein Einzelsport ist. Die meisten Figuren bestehen aus zwei, drei oder gar mehr Personen. Mal liegt ein Mädchen auf dem Rücken und balanciert ein anderes auf ihren Händen, mal steht eine Akrobatin mit ausgebreiteten Armen auf den Händen ihrer Teamkolleginnen, mal baut die gesamte Gruppe eine menschliche Pyramide mit drei Stockwerken. Spektakulär und schwindelerregend.

Vertrauen spielt demnach eine große Rolle in der Akrobatik. „Jede ist für jeden da, man muss sich aufeinander verlassen können“, sagt Martina Rokitta. Sie beobachtet das Training und ihre Tochter, die zu den Jüngsten in der Gruppe gehört, von einer Holzbank aus. Neben ihr sitzt Tatjana Trojandt mit einer Schiene am linken Bein. Die 17-Jährige hatte sich die Verletzung erst kürzlich beim „Rendezvous der Besten“ zugezogen. Und dennoch: „Mir war es in dem Moment wichtiger durchzuhalten“, sagt Trojandt. Die Young Diamonds hatten zum ersten Mal an einem Wettbewerb teilgenommen und wurden am Ende mit dem Prädikat „sehr gut“ ausgezeichnet – nur drei Teams bekamen eine noch höhere Auszeichnung. Zuber ist stolz auf ihre Gruppe.

Tatjana Trojandt ist seit acht Jahren dabei. Es sei besonders schön, „seinen Körper einzusetzen, um ein Bild zu schaffen“, sagt sie. In der Akrobatik geht es um die richtige Inszenierung, auch um Tanz, Musik, Styling. Kostproben gibt es in der Halle am Burggraben. Für das ungeübte Auge wirken manche Übungen zunächst chaotisch, doch nach den zielgerichteten Ansagen der Trainerin stellt der Beobachter fest, dass jede Sportlerin einen Plan hat. Klar, zumal die Älteren die jüngsten Mädchen in der Gruppe sehenswert in die Höhe katapultieren und wieder auffangen.

„Zuerst hatte ich ein mulmiges Gefühl“, sagt Rokitta, deren Tochter zu diesen fliegenden Mädchen gehört. Mittlerweile hat die Mutter keine Angst mehr. Sie merkte, dass das Team gut harmoniere.

Zentral in der Akrobatik ist die Körperbeherrschung. Ohne Körperspannung, Kraft und Balance wären die komplizierten Figuren gar nicht möglich. Aber auch der Hang zur Schauspielerei und schnelles Umdenken sind für eine Choreographie unerlässlich. Voraussetzungen, die nach Meinung von Trainerin Zuber zeigen, dass Akrobatik auch ein Sport für Jungen sei. Schaut man über die Landkreis-Grenze hinaus, ist festzustellen, dass es viele gemischte Teams gibt. Besonders in den Großstädten seien in den Gruppen meistens sogar die Jungs in der Überzahl, sagt Zuber. Sie wünscht sich auch mehr Jungen in ihren Reihen. Denn diese hätten eine ganz andere Kraftgrundlage. Mit ihnen könnten die Figuren noch stabiler und vielseitiger umgesetzt werden. Aktuell trainiert nur ein Junge beim VfL Stade.

Am 22. April zeigen die Young Diamonds ihr Können. In den Halbzeitpausen der Handball-Heimspiele des Bundesligisten Buxtehuder SV und des Drittligisten VfL Fredenbeck werden die Staderinnen ihre spektakulären und schwindelerregenden Figuren präsentieren.

Quelle: Stader Tageblatt
Fotos: Tim Scholz

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